Ausführliches Programm

Einführung in die Kapitalismuskritik

Veranstaltung: Glitzer & Krawall
Ort: Ruhr Universität Bochum, Gebäude GB 03 / 42
Zeit: 16 – 18 Uhr, 23.04.2018

Nach dem Fall der Sowjetunion galt der Kapitalismus für einige Zeit als bestmögliche Gesellschaftsform, als das „Ende der Geschichte“. Die Wirtschaftskrise von 2008/9 hat an diesem Verständnis gerüttelt, der Kapitalismus ist wieder unbeliebter geworden. Trotzdem greifen die meisten seiner Kritiker*innen grundsätzliche kapitalistische Prinzipien nicht an, sondern fordern lediglich eine stärkere Regulierung oder empören sich über „gierige Manager*innen“ und „korrupte Politiker*innen“.
Der Vortrag möchte erklären, warum solch verkürzte Kritiken nicht ausreichen. Dazu werden einige Begrifflichkeiten der Marx’schen Kapitalismuskritik, wie Ware, (Mehr-)Wert und Ausbeutung erläutert, auf die Verbindungen von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat eingegangen und danach gefragt wie ein Leben jenseits des Kapitalismus aussehen könnte.

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Jenseits von Staat und Kapital – Anarchismus eine Einführung

Veranstaltung: Schwarze Ruhr-Uni
Ort: Ruhr-Universität Bochum, Gebäude: GB 03 / 42
Zeit: 18 – 20 Uhr, 23.04.2018

Wenn du etwas Beliebiges verändern könntest, was wäre es? Würdest du für den Rest deines Lebens Urlaub machen? Dafür sorgen, dass fossile
Brennstoffe aufhören Klimawandel zu verursachen? Dir ethisch vertretbare Banken und Politiker*innen wünschen? Jedenfalls wäre sicherlich nichts
unrealistischer, als alles so zu belassen wie es ist, und andere Resultate zu erwarten.

In unseren privaten, finanziellen und emotionalen Kämpfen spiegeln sich globale Unruhen und Katastrophen wider. Wir könnten all unsere Zeit
darauf verwenden, ein Feuer nach dem anderen zu löschen, aber sie haben alle die selbe Ursache. Stückweise zu reformieren wird nichts in Ordnung
bringen: Wir müssen alles, entsprechend einer anderen Logik, überdenken.

Homepage: http://schwarzerub.blogsport.de/

total liberation I – eine Einführung

Veranstaltung: Lieberation
Ort:
Zeit: 16 – 18 Uhr, 24.04.2018

Wir möchten gerne in unserem Vortrag „total liberation I – eine Einführung“ einen Überblick geben, welche Befreiungskämpfe aus unserer Sicht alle miteinander verknüpft sind oder sein müss(t)en, um den Zustand einer für alle umfassenden Befreiung zu erreichen.
single-issue-Themen sind enorm wichtig, um Tiefe, Wissen und know-how zu erhalten und im Rahmen von skill-sharing auch weiterzugeben, diese zu verknüpfen, ebenso.

Homepage: https://lieberation.wordpress.com/
Facebook: https://www.facebook.com/Lieberation-292943047857890/

Prepper als Risikosubjekte einer reflexiven Moderne

Veranstaltung: Linke Liste
Ort: Goldkante, Alte Hattinger Straße 22 Bochum
Zeit. 19 – 21 Uhr, 24.04.2018

Sogenannte „Prepper“ sind Menschen, die sich gezielt auf den antizipierten Eintritt einer Katastrophe vorbereiten. Die erwarteten Katastrophenszenarien sowie die getroffenen Vorbereitungen variieren je nach Prepper. Die Vorbereitungen können Wissensbestände, Praktiken, Techniken, Geisteshaltungen sowie Objekte umfassen und zielen darauf, das eigene Überleben während und nach der Katastrophe ohne institutionelle und fremde Hilfe abzusichern. Grundlegende Vorbereitungen umfassen vor allem Nahrungsmittel, Wasser und einen Grundstock an Erste Hilfe Utensilien. Darüber hinaus reichen die Vorbereitungen mancher Prepper von Generatoren zur Stromerzeugung, über Wasseraufbereitungsanlagen, Outdoorausrüstung bis hin zu Gasmasken, Kevlarwesten, dem Ausheben von Bunkern und dem Führen von Bewaffnung.
Zu den Szenarien der Prepper gehören unter anderem „gängige“ Szenarien wie Stromausfälle, Nuklearkatastrophen und Versorgungsengpässe durch starken Winter, aber auch Szenarien die bereits eine politische Dimension haben. Zu nennen wäre hier die Angst vor einer Islamisierung durch die Zuwanderung von Flüchtlingen bzw. einem „Clash Of Civilizations“ sowie vor extremen Gewaltverhältnissen wie Terroranschlägen, politischen Unruhen und Krieg. Mit Wirtschaftskrisen, Inflation und Ölkrisen werden neben lokalen Risiken zudem globale Risiken in den Blick genommen.
Mediale Aufmerksamkeit erlangte Preppen durch die Verbindung zwischen politisch rechten Gruppen und Preppern in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden ein Kommunalpolitiker und ein Polizeibeamter verdächtigt, Todeslisten mit Namen von Personen mit linker politischer Gesinnung zu führen und den antizipierten Krisenfall dazu zu nutzen, um mit den gehorteten Schusswaffen, diese Personen umzubringen.
Der Vortrag soll einen einführenden Einblick in das Phänomen Preppen geben und grundlegende Ergebnisse der empirischen Forschung von Mischa Luy präsentieren. Dabei soll es um die Geschichte des Preppens, um die persönliche Motivationen der Prepper gehen, sowie um eine sozialwissenschaftliche Interpretation und die Auslotung der politischen Dimension des Preppens.

Homepage: http://www.lili-rub.de/
Facebook: https://www.facebook.com/lilibochum/

„Geht nicht gibt’s nicht!“ – Das Bochumer Netzwerk „Stadt für Alle“

Veranstaltung: Netzwerk Stadt für Alle
Ort: Soziales Zentrum, Josephstr. 2 44791 Bochum
Zeit: 17 – 19 Uhr, 25.04.2018

Das Ruhrgebiet liegt mit einer Armutsquote von über 20 % an der Spitze der Bundesrepublik. Dem fehlenden preiswerten Wohnraum stehen Leerstände gegenüber, die jedoch nicht zur Nutzung verfügbar sind. Besonders durch die Ankunft von Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016, die noch heute in großer Zahl in Containerlagern und anderen „Sammelunterkünften“ leben müssen, wurde Wohnraum auch in Bochum zu einem Thema.
Seit Oktober 2016 mischt sich das Netzwerk „Stadt für Alle“ in die Lokalpolitik Bochums ein. Das Netzwerk ist ein offener Zusammenschluss von stadtpolitisch interessierten Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen. Es setzt sich für eine soziale, solidarische und ökologische Stadtentwicklung ein.
Das Themenfeld Wohnen stand dabei bisher im Fokus. Ausgestattet mit wenigen Ressourcen und changierend zwischen harter Realpolitik und utopischem Überschuss, gelang es dem Netzwerk nicht nur, lokalpolitische Akzente zu setzen, sondern auch, als politischer Player ernst genommen zu werden.
Neben seinen drei zentralen Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum, Wohnungen statt Sammelunterkünften für Geflüchtete und der Öffnung von Leerständen für soziale Projekte forderte das Netzwerk „Stadt für Alle“ auch eine kommunale Zweckentfremdungssatzung.

An diesem Nachmittag wird die Arbeit und Mitmachmöglichkeiten des Netzwerks vorgestellt.

Homepage: stadt-fuer-alle-bochum.net
Facebook: https://www.facebook.com/StadtfueralleBochum/